Bienvenue à Paris - Traffic durch Gefühle

Wann hast Du zum letzten Mal Emotionen gezeigt?

 

Paris - Stadt der Liebe und der Lichter. Eiffelturm, Triumphbogen, Louvre, Notre Dame...1000 Eindrücke.

Diesen Überschwang an Emotionen muss Sophie unbedingt in ihrem Tagebuch (jaaaa, schreibt sie seit ihren Kindertagen, auch wenn "journaling" derzeit angesagt ist) festhalten.

Zum Nachdenken braucht sie etwas Süßes (Frauen brauchen immer was Süßes). Sie lässt sich treiben und schlendert an der Seine entlang. Butter, Zucker und Zimt liegen in der Luft. Und jetzt einfach der Nase nach - zum Crêpe-Stand. Auch das noch - eine endlose Schlange. Anstehen ist so gar nicht ihr Ding.

In Gedanken ist sie schon beim ersten Bissen (mmmhmmm). Gegenüber fuchtelt ein Typ wild mit den Armen.

Er hat heiße, süße Crêpes - aber keiner will sie (warum nur?). Was macht Pierre falsch? Die Kunden stehen sich lieber die Beine in den Bauch, obwohl bei ihm die gleiche Leckerei zu haben ist. 

Sophie ist nicht die Geduldigste und marschiert auf seinen verwaisten Stand zu. Köstlich duftet es (aber so was von).

Der Anblick lässt ihr das Wasser im Mund zusammen laufen - Crêpes wie gemalt. Davon nimmt sie doch glatt 3.

Sie schlägt sich den Bauch voll, beobachtet genauer ihre Umgebung und erkennt dann das Dilemma:

Kein Marketing-Ansatz, kein Absatz, kein Umsatz. Auf seinem Werbeplakat steht in alter Schnörkel-Schrift: "Frische Crêpe" (einfach nur diese 2 Worte). Die Crêperie auf der anderen Seite hat Vermarktung verstanden.

In großen Lettern prangt über dem Stand eine Auswahl der erlesensten Köstlichkeiten. Allein die Wort-Kreationen lassen erahnen, welch Gaumenfreuden die Leckermäuler erleben werden. Von zart-schmelzend bis exotisch-fruchtig reicht die Palette (boah-was nehmen?). So was von Logo und Verkaufs-Strategie. Allein beim Anblick der Werbetafel schmecken die Kunden schon Karamell und Schokolade. Da kommen sie in Scharen, da steigt der Absatz, da rollt der Euro. Einige Passanten laufen sogar zielgerichtet auf die Crêperie zu. Sie haben über die sozialen Medien (Facebook & Co) davon erfahren und beschlossen, genau dort zu schlemmen. Die richtige Kombination aus Bild und Text hat bei ihnen Kopfkino erzeugt, Emotionen und Wünsche erweckt. 

 

Pierre braucht dringend Sophies Hilfe...